Jeden Mittwoch gibt es im Schwäbischen Tagblatt das Format „Mittwochspalte“. Hier schreiben die Fraktionen des Gemeinderats, die Stadtverwaltung, aber auch der Jugendgemeinderat im wöchentlichen Wechsel. In dieser Woche geht es um die Folgen der Landtagswahl in Sachsten-Anhalt für Jugendliche in Tübingen:
43,8 Prozent, 17,2 Prozent, 9,3 Prozent, 8,9 Prozent, 8,6 Prozent und 5,3 Prozent. Diese Zahlen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat auch viele Jugendliche zum Nachdenken gebracht; manche erfreut, andere frustriert, wieder andere sprachlos zurückgelassen. Wir spüren auch in Tübingen, wie das Land gespalten ist, und viele fragen sich: Wie gehen wir jetzt miteinander um?
Auch wenn uns dieses Wahlergebnis nicht gefällt, schreiben wir diesen Text um einzuladen. Denn so schwer es fällt: Nur im Gespräch, nicht im Schweigen und nicht im Streit können wir als Land zusammenbleiben. Wenn wir nur noch übereinander statt miteinander reden, wird aus Unterschied schnell Feindschaft. Das kann sich niemand von uns wünschen.
Deshalb unser Appell: Sucht das Gespräch. Gerade mit Menschen, die anders denken als ihr. Hört zu, bevor ihr urteilt. Das heißt nicht, jede Meinung gutzuheißen – es gibt Werte, die auf dem Boden Grundgesetzes aus gutem Grund nicht verhandelbar sind. Wir denken, dass es wichtig ist anzuerkennen, dass der Wunsch nach Anerkennung, Sicherheit und einem guten Leben Teil des menschlicher Grundbedürfnisse ist. Die konkrete Ausgestaltung muss und kann nur im demokratischen Gespräch ausgehandelt werden.
Es ist wichtig zu verstehen, dass hinter jeder Stimme erst einmal ein Mensch steckt. Die Ansichten und Beweggründe anderer per se abzutun, bringt niemanden weiter. Gleichzeitig bedeutet Dialogbereitschaft aber nicht, dass Gewalt gegen und die Bedrohung von Menschen, die für ein offenes Miteinander einstehen, übersehen und kleingeredet werden darf.
Wir Jugendlichen wollen kein gespaltenes Land erben. Lasst uns im Kontakt bleiben – schreibt uns gerne eure Gedanken hier in den Kommentaren oder auf unserem Instagram Account. Denn nur gemeinsam sind wir stark.
